Am 10. Mai präsentierte das Theater Biel Solothurn die Uraufführung von Lukas Linders neuem Stück “Der Mann in der Badewanne oder Wie man ein Held wird” in den Inszenierung von Katharina Rupp. Selten waren sich Presse und Publikum so einig. Hier das Medienecho:
Eine geistreich-groteske Aufführung. Tosender Applaus für die Uraufführung des neuen Stücks von Lukas Linder. (…) Unterstützt vom Stück Labor Basel konnte der junge Zürcher Autor ein Jahr lang die Aussicht auf die Aare geniessen – schreibend. Entstanden ist ein skurril-komisches Werk, das von philosophischem Geschick, denkerischen Dehnübungen und tiefgründigen Auseinandersetzungen zeugt. (…) Es sind komische Szenen, die einen berühren, verwirren, das Theater lebendig machen. Das beherrscht der junge Dramatiker ausgezeichnet: Linders Figuren werden durch seine feine Sprache definiert und zum Leben erweckt. Katharina Rupp setzt diese Sprachdynamik in einer leichten, mit schönen Pointen versetzten Inszenierung um.
Basler Zeitung, 12. Mai 2012
Grosse Fragen, mit Witz gestellt. Lukas Linder treibt die Groteske boshaft auf die Spitze und verankert sie zugleich in der Rahmenhandlung eines trivialphilosophischen Podiums über Heldentum und freien Willen. Es erlaubt ironische Spiegelungen und hintertreibt voreilige Gewissheit mit List. Wegelin, der unfreiwillige Hungeraktivist und seine im Wort- wie im übertragenen Sinn gefrässige Entourage sind auch grossartiges Schauspielerfutter. Lukas Linder schafft das Kunststück, Karikaturen zu zeichnen und gleichzeitig Figuren aus Fleisch und Blut, scharfe Metaphern und schlaue Irritation. Katharina Rupp unterstützt ihn aufmerksam, mit wirkungssicheren Witz. Sie spitzt die Karikatur zu, und wie bei jeder guten Karikatur ist es ein Entstellen zur Kenntlichkeit. Der geschmeidige Matthias Schoch ist allerdings eine Idealbesetzung für diesen Wegelin mit seiner wehrlosen Naivität und unerschütterlichen Hilfsbereitschaft. (…) Immer gespenstischer wird sein Heldentum, immer zynischer sein Umfeld, und wir sitzen dabei und lachen mit dem leicht verzerrten Gesicht der Ertappten, denn auch wir möchten im Grund unserer Seelen ja gern alles so richtig machen im Leben, wie es Lukas Linder und Katharina Rupp an diesem Abend tun. Hier zeigt sich einen neue originelle Theaterstimme, auf der Bühne perfekt orchestriert.
Neue Zürcher Zeitung, 12. Mai 2012
Kann man in einer amoralischen Welt richtig handeln? Wie kann sich ein Individuum in der Gesellschaft behaupten? Es sind grosse Fragen, die in Linders Text durchscheinen. Doch sie kommen durch die bis ins Skurrile pointierten Figuren leicht daher. Wortwitzige und bildhafte Sprache und viel absurder Humor machen das gut eineinhalb Stunden dauernde Stück zum Vergnügen. Die Inszenierung von Rupp verleiht ihm viel Tempo: Figuren rollen mit ihren Bürostühlen von der Bühne, gemein grinsende Köpfe blitzen unter Tellerglocken hervor, Toneinlagen überraschen das Publikum. Linder ist ein erfrischendes und zum Glück nicht belehrendes Lehrstück gelungen, das durch einen ganz eigenen Stil hervorsticht.
Berner Zeitung, 12. Mai 2012
Höchst skurril und dennoch tiefgründig: Mit «Der Mann in der Badewanne oder Wie man ein Held wird» des Zürchers Lukas Linder hat das Theater Solothurn am Donnerstag ein Spitzenstück uraufgeführt. Es handelt von einem glücklichen, überaus freundlichen, durch und durch positiv denkenden Simpel, der von der Gesellschaft zum Revoluzzer umgemodelt wird und beinahe den Heldentod stirbt. (…) Regisseurin Katharina Rupp hat es meisterhaft verstanden, das – wohlverstanden nur vordergründig – Heitere, Leichte, Possenhafte zu unterstreichen. Da fährt nicht nur die Badewanne durch die Gegend, auch die Sekretärin rollt sich samt Schreibtisch in Position ebenso wie der gefrässige Vater mit dem Kühlschrank. (…) Das Publikum spendete mehrmals Zwischenapplaus und am Schluss frenetischen Beifall – am allermeisten für den Hauptdarsteller, und fast gleichviel für den schon mehrfach preisgekrönten Nachwuchsautor.
Aargauer Zeitung, 11. Mai 2012
“Der Mann in der Badewanne” kam vorgestern in Solothurn zur Erstaufführung. Es darf als Erfolg für Autor Lukas Linder bezeichnet werden. Die Dialoge von Lukas Linder wussten zu verführen. Das Publikum spendete den Darstellern und dem 27-jährigen Autor tosenden Applaus. (…) Der Erfolg gilt aber auch der Inszenierung von Katharina Rupp, die den fliegenden Wechsel von fünf Schauspielern in elf Rollen amüsant umsetzte.
Bieler Tagblatt, 12. Mai 2012
“Der Mann in der Badewanne oder Wie man ein Held wird” ist ein leichtes Theaterstück, lustig, bitterböse, klug, reichhaltig. Da trifft einer den Nerv der Zeit genau. Im Zentrum stehen der Wille und die Frage, wie dieser frei sein kann in unserer Gesellschaft. Das Stück versucht nicht, Antworten zu geben, dafür ist es zu intelligent gemacht. Vielmehr ist es eine Darstellung des komplexen Geflechtes von personellen Ansprüchen und politischen Machtfeldern, denen wir von allen Seiten ausgesetzt sind. (…) Das Ensemble des Theaters Biel Solothurn lieferte eine hervorragende Performance. (…) Katharina Rupp inszeniert ”Der Mann in der Badewanne oder Wie man ein Held wird” luftig, mit vielen umwerfend komischen Szenen, doch nie oberflächlich. (…) Dementsprechend war die Premiere ein voller Erfolg. Schon während einzelner Szenen wurde heftig geklatscht, am Ende des grossartigen Abends gab es enormen Applaus.
Der Sonntag, Aargauer Zeitung, 12. Mai 2012
Die Rezension von DRS2aktuell können Sie hier nachhören.
Den Videotrailer zur Inszenierung sehen Sie hier.












