Höchst skurril und dennoch tiefgründig

Am 10. Mai präsentierte das Theater Biel Solothurn die Uraufführung von Lukas Linders neuem Stück “Der Mann in der Badewanne oder Wie man ein Held wird” in den Inszenierung von Katharina Rupp. Selten waren sich Presse und Publikum so einig. Hier das Medienecho:

Eine geistreich-groteske Aufführung. Tosender Applaus für die Uraufführung des neuen Stücks von Lukas Linder. (…) Unterstützt vom Stück Labor Basel konnte der junge Zürcher Autor ein Jahr lang die Aussicht auf die Aare geniessen – schreibend. Entstanden ist ein skurril-komisches Werk, das von philosophischem Geschick, denkerischen Dehnübungen und tiefgründigen Auseinandersetzungen zeugt. (…) Es sind komische Szenen, die einen berühren, verwirren, das Theater lebendig machen. Das beherrscht der junge Dramatiker ausgezeichnet: Linders Figuren werden durch seine feine Sprache definiert und zum Leben erweckt. Katharina Rupp setzt diese Sprachdynamik in einer leichten, mit schönen Pointen versetzten Inszenierung um.
Basler Zeitung, 12. Mai 2012 

Grosse Fragen, mit Witz gestellt. Lukas Linder treibt die Groteske boshaft auf die Spitze und verankert sie zugleich in der Rahmenhandlung eines trivialphilosophischen Podiums über Heldentum und freien Willen. Es erlaubt ironische Spiegelungen und hintertreibt voreilige Gewissheit mit List. Wegelin, der unfreiwillige Hungeraktivist und seine im Wort- wie im übertragenen Sinn gefrässige Entourage sind auch grossartiges Schauspielerfutter. Lukas Linder schafft das Kunststück, Karikaturen zu zeichnen und gleichzeitig Figuren aus Fleisch und Blut, scharfe Metaphern und schlaue Irritation. Katharina Rupp unterstützt ihn aufmerksam, mit wirkungssicheren Witz. Sie spitzt die Karikatur zu, und wie bei jeder guten Karikatur ist es ein Entstellen zur Kenntlichkeit. Der geschmeidige Matthias Schoch ist allerdings eine Idealbesetzung für diesen Wegelin mit seiner wehrlosen Naivität und unerschütterlichen Hilfsbereitschaft. (…) Immer gespenstischer wird sein Heldentum, immer zynischer sein Umfeld, und wir sitzen dabei und lachen mit dem leicht verzerrten Gesicht der Ertappten, denn auch wir möchten im Grund unserer Seelen ja gern alles so richtig machen im Leben, wie es Lukas Linder und Katharina Rupp an diesem Abend tun. Hier zeigt sich einen neue originelle Theaterstimme, auf der Bühne perfekt orchestriert.
Neue Zürcher Zeitung, 12. Mai 2012 

Kann man in einer amoralischen Welt richtig handeln? Wie kann sich ein Individuum in der Gesellschaft behaupten? Es sind grosse Fragen, die in Linders Text durchscheinen. Doch sie kommen durch die bis ins Skurrile pointierten Figuren leicht daher. Wortwitzige und bildhafte Sprache und viel absurder Humor machen das gut eineinhalb Stunden dauernde Stück zum Vergnügen. Die Inszenierung von Rupp verleiht ihm viel Tempo: Figuren rollen mit ihren Bürostühlen von der Bühne, gemein grinsende Köpfe blitzen unter Tellerglocken hervor, Toneinlagen überraschen das Publikum. Linder ist ein erfrischendes und zum Glück nicht belehrendes Lehrstück gelungen, das durch einen ganz eigenen Stil hervorsticht.
Berner Zeitung, 12. Mai 2012

Höchst skurril und dennoch tiefgründig: Mit «Der Mann in der Badewanne oder Wie man ein Held wird» des Zürchers Lukas Linder hat das Theater Solothurn am Donnerstag ein Spitzenstück uraufgeführt. Es handelt von einem glücklichen, überaus freundlichen, durch und durch positiv denkenden Simpel, der von der Gesellschaft zum Revoluzzer umgemodelt wird und beinahe den Heldentod stirbt. (…) Regisseurin Katharina Rupp hat es meisterhaft verstanden, das – wohlverstanden nur vordergründig – Heitere, Leichte, Possenhafte zu unterstreichen. Da fährt nicht nur die Badewanne durch die Gegend, auch die Sekretärin rollt sich samt Schreibtisch in Position ebenso wie der gefrässige Vater mit dem Kühlschrank. (…) Das Publikum spendete mehrmals Zwischenapplaus und am Schluss frenetischen Beifall – am allermeisten für den Hauptdarsteller, und fast gleichviel für den schon mehrfach preisgekrönten Nachwuchsautor.
Aargauer Zeitung, 11. Mai 2012 

“Der Mann in der Badewanne” kam vorgestern in Solothurn zur Erstaufführung. Es darf als Erfolg für Autor Lukas Linder bezeichnet werden. Die Dialoge von Lukas Linder wussten zu verführen. Das Publikum spendete den Darstellern und dem 27-jährigen Autor tosenden Applaus. (…) Der Erfolg gilt aber auch der Inszenierung von Katharina Rupp, die den fliegenden Wechsel von fünf Schauspielern in elf Rollen amüsant umsetzte.
Bieler Tagblatt, 12. Mai 2012 

“Der Mann in der Badewanne oder Wie man ein Held wird” ist ein leichtes Theaterstück, lustig, bitterböse, klug, reichhaltig. Da trifft einer den Nerv der Zeit genau. Im Zentrum stehen der Wille und die Frage, wie dieser frei sein kann in unserer Gesellschaft. Das Stück versucht nicht, Antworten zu geben, dafür ist es zu intelligent gemacht. Vielmehr ist es eine Darstellung des komplexen Geflechtes von personellen Ansprüchen und politischen Machtfeldern, denen wir von allen Seiten ausgesetzt sind. (…) Das Ensemble des Theaters Biel Solothurn lieferte eine hervorragende Performance. (…) Katharina Rupp inszeniert ”Der Mann in der Badewanne oder Wie man ein Held wird” luftig, mit vielen umwerfend komischen Szenen, doch nie oberflächlich. (…) Dementsprechend war die Premiere ein voller Erfolg. Schon während einzelner Szenen wurde heftig geklatscht, am Ende des grossartigen Abends gab es enormen Applaus.
Der Sonntag, Aargauer Zeitung, 12. Mai 2012 

Die Rezension von DRS2aktuell können Sie hier nachhören.

Den Videotrailer zur Inszenierung sehen Sie hier.

 

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Zwischen Anpassung und Verweigerung

Lesen Sie hier ein Portrait des Stück Labor Autoren Lukas Linder aus der Aargauer Zeitung:

 

Zwischen Anpassung und Verweigerung

 

 

 

 

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Husarenritt durch die Märchengeschichte

Am 4. Mai präsentierte das Luzerner Theater die Premiere “Grimm – eine Hausmärchen-Expedition mit Szenen aus Verena Rossbachers Theaterstück″.

Hier einige Pressestimmen:

«Die Reise durchs Märchenland bedient sich munter und querbeet aus dem Vorrat der Grimm’schen Figuren und Motive und auch aus der Stückvorlage, die Verena Rossbacher als Hausautorin am Luzerner Theater geschrieben hat. Thorleifur Örn Arnarsson und die Schauspieler haben daraus ihr eigenes Stück gemacht, ein wildes und archaisches Spiel, das auch das Theaterspielen selbst zum Thema macht. (…) Marie Gesien gibt in einem umwerfenden Monolog die Theorie dazu: Theater kann so viel mehr als das flache Fernsehen. Zwerge trappeln auf die Bühne, künden eine Pause an, die sofort überspielt wird, und Jörg Dathe wird auf offener Szene ein Preis und noch ein Preis und wieder ein Preis überreicht. Es nimmt kein Ende und das Theater sich selbst auf die Schippe. (…) Es ist ein wildes und deftiges Spiel, voller Anarchie, aber mitten aus dem glühenden Magma des Theaters. Dies also ist der Kern des Theaterspiels. Das Ensemble stürzt sich mit allen Kräften ins exzessive Spiel und lässt dazwischen leise Poesie aufglänzen. So viel Spielfreude zwischen Ernst und Lust ist selten zu sehen. Die Märchen der Brüder Grimm kennt man nach diesem Abend vielleicht nicht besser, aber was Theater ist, das macht Thorleifur Örn Arnarsson mit diesem herrlichen und orgiastischen Bühnenfest deutlich.»
Zentralschweiz am Sonntag, 6.Mai 2012



«Es mag widersprüchlich klingen, aber der vom Luzerner Theater vorgeführte Husarenritt durch die Märchenwelt der Grimms (fast kein bekanntes Märchen wird ausgelassen) ist stimmig, obwohl die Märchenfiguren der Gebrüder Grimm lediglich als Schablone dienen: Durch diese drückt, schiebt und bisweilen quetscht Arnarsson aktuelle Stereotypen. Dabei nehmen Figuren Gestalt an, die an das einschlägige deutsche Privatfernsehen erinnern. (…) Die Frage, wer hier über wen lacht, wird bei dieser Expedition offen gelassen. Die Bühne von Vytautas Narbutas zeigt ein opulentes, aber sich im Zerfall befindliches Theater mit Balkonen und einer Bühne. Darin liegt die Stärke dieses Stücks. Dem Zuschauerin und dem Zuschauer wird klar gemacht: Du bist es, der diese Märchen schreibt und weiterschreibt. Du mit deinen Gefühlen, Verwirrungen und Irrungen bist die beste Vorlage. Es kann nicht darum gehen, die Grimmschen Märchen ins Hier und Jetzt zu adaptieren, Du, Publikum, lebst sie Tag ein Tag aus! Dabei ist es eine Freude, den üppig kostümierten Schauspielern beim Fabulieren zuzusehen. (…) Das Stück mündet in einem unterhaltsamen Höhenflug von Selbstironie, die das eine oder andere der nicht unproblematischen Genese dieses Stücks überdecken soll. Das Publikum hats mit viel Applaus und Gelächter quittiert.»
Kulturteil.ch, 5.Mai 2012



«Spektakel und Krawall: Für die Uraufführung von «Grimm – eine Hausmärchen-Expedition» mit Szenen aus Verena Rossbachers Stück greift das Theater Luzern tief in die Trickkiste – und reüssiert über weite Strecken. Ein Abend auf der Überholspur. Dabei lässt sich alles beschaulich an: Ein Erzähler (Jürg Wisbach) gibt Grimms pädagogisch wertvolles Märchen «Der Fischer und seine Frau» zum Besten. Was vertraut klingt, steigert sich bald – und belegt die ungebrochene Kraft der 200 Jahre alten Geschichten. Die Frau des Fischers giert nicht nur nach Reichtum, sondern auch nach (All-)Macht. Als sie bereits den Papstthron erklommen hat, bittet sie der Fischer, von einem weiteren Aufstieg abzusehen: «Frau, gib Dich jetzt zufrieden, Du bist Papst!» Bescheidenheit ist auch nicht die Tugend, die das isländische Team um Regisseur Thorleifur Örn Arnarsson an diesem Abend unter Beweis stellt. Im Gegenteil: Hier wird mit so grosser Kelle angerichtet, dass sich die Inszenierung schliesslich selbst auf die Schippe nimmt. (…)  Das Luzerner Publikum, das immer wieder Szenenapplaus spendete, applaudierte am Freitag an der Premiere auch am Schluss kräftig. Für die zehn Schauspielerinnen und Schauspieler dürfte es ebenfalls ein gelungener Abend gewesen sein, konnten sie doch das ganze Repertoire ihrer Kunst abrufen – Hajo Tuschy zuletzt etwa als Frosch, der sich nicht zum Prinzen machen lässt.»
Schweizerische Depeschenagentur, 5.Mai 2012



«Diese Hausmärchen-Expedition ist ein Abend der prallen Bilder, der wild durcheinander rauschenden Assoziationen und der nimmermüden Kostümabteilung. Hans im Glück tritt auf wie eine Reality-Figur aus dem Prekariatsfernsehen, und ein goldener Prinz singt wie James Blunt. Die Figuren aus «Toy Story» spielen tapfer die Geschichte vom Schneiderlein, und Dornröschen verschwindet in einem dieser Kellerverliese, als die sich heutige Sexmonster ihre Knusperhäuschen einzurichten pflegen. (…) Ja, das hat seine komischen, berührenden, bildmächtigen Momente.»
Tages Anzeiger, 8.Mai 2012 



«In der eindrücklichsten Szene des Abends gemahnt Jürg Wisbach mit archaisch langem Haar an Tolkiens Aragorn und erzählt vom Fischer, der wünschen darf bis Gier alles zerstört. Wie Wisbach nur vorträgt, ist bereits Theater, dass es einem kalt den Rücken hinunterläuft. Sodann geht es munter vom Dornröschen bis zum Froschkönig und etwas plakativ zu Heutigem Schönheitswahn, Impotenz usw. (…) Köstlich aber, wie Christian Baus und Jörg Dathe sächselnd das Märchen geben, wo einer «auszog, das Fürchten zu lernen». Vytautas Narbutas Bühne stellt mit Referenz an Tieck einen zweiten Theaterraum aus, verwunschen, mit ruinenhaften Logen und, wie auch Filippia Elisdöttirs üppige Kostüme, in schönem Kontrast zu den kaum illusionistischen Absichten Arnarssons. (…) Märchen und Theater lügen beide: als Fiktionen, die sie sind. Indem sie aber lügen, befreien beide vom Diktat der Wahrheit und bieten faszinierende Gegenwelten. Diesen Nexus haben Arnarsson und sein brillantes Team verstanden. Dass eine humorvolle Befragung tradierter Erzählmotive nicht deren Blossstellung bedeuten muss, ist die schöne Einsicht dieses Abends.»
Neue Zürcher Zeitung, 9. Mai 2012 

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Fleischlin Reflexe

Noch vor kurzem träumte sie vom Baumhaus. Jetzt gibt sie dort bereits erste Interviews: Im Gespräch mit Dagmar Walser von Schweizer Radio DRS erzählt die Performerin und diesjährige Basler Hausautorin Beatrice Fleischlin in luftigen Höhen von ihrem subjektiven Ansatz des Schreibens, von ihrer Lust am Spiel mit dem Authentischen und dem Kunstvollen und von den Chancen und Herausforderungen ihrer Arbeit als Theaterautorin. Das Podcast zur Sendung kann man hier anhören.

 

 

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Verena Rossbacher: Die Hausautorin am Luzerner Theater hört beim Schreiben klassische Musik

aus: Kulturtipp, 18.04.2012  

Ich lebe in Berlin und geniesse das dortige Kultur­angebot. Allerdings sehr ­gezielt, da mir oft die Zeit fehlt – und auch die Lust auszugehen, dazu lese ich zu gern. Immer wieder nehme ich meine siebenjährige Tochter mit, wie am Ostersonntag, als wir Mozarts Oper «Figaros Hochzeit» besuchten. Ich mag humorvolle Inszenierungen und habe kürzlich an der Volksbühne «Die Spanische Fliege» genossen, ein Schwank aus dem Jahr 1913, inszeniert von Herbert Fritsch. Dessen Stücke sind wie Kinofilme – wunderbar. In Stücken und Filmen interessiert mich, wie und warum Dialoge funktionieren. Mir ist aufgefallen, dass gerade in vermeintlich oberflächlichen Hollywood-Streifen oft gute Dialoge zu hören sind. Ins Kino gehe ich oft, auch mal in Biel, wo ich am Literaturinstitut unterrichte. Charmant fand ich Woody Allens «Midnight in Paris», und fasziniert hat mich Lars von Triers «Melancholia», ein merkwürdiger, bildgewaltiger Film. Berlin ist für mich eine wunderbare Museumsstadt. Am Sonntag gehen wir oft auf die Museumsinsel mit dem Bode-Museum oder dem Pergamon-Museum.

Als Hausautorin war ich im letzten Jahr öfter in Luzern, wo ich die meiste Zeit im Luzerner Theater verbrachte und mir etliche Stücke anschaute. Als Liebhaberin von klassischer Musik würde ich gerne mal ein Konzert im KKL besuchen. Klassische Musik höre ich oft auch zum Schreiben, vor allem Beethoven und Schubert. Mein Stück für das Luzerner Theater habe ich zu Beethovens 5. Klavierkonzert geschrieben, und für meinen ersten Roman «Verlangen nach Drachen» hörte ich immer wieder Schuberts «Impromptus».

Was ich immer und überall mache, ­ist lesen. Ich war schon als Kind eine Sucht-, auch eine Fluchtleserin, um mir meine eigene Welt zu erschaffen. Bis heute ist mir Lesen das Liebste, und wenn ich neue Autorinnen und Autoren entdecke, lese ich gleich alles von ihnen – ob Agatha Christie, Honoré de Balzac oder Joanne K. Rowling.  Ich wäre stolz darauf, solch literarische Welten ­erschaffen zu können. Aktuell hab ich einen «Brunetti»-Roman in der ­Tasche, das ist okay, wenn man was zum Lesen braucht, aber die besseren­ Krimis sind von Simenon, Hammett oder ­Chandler. Im Zusammenhang mit meinem «Grimm»-Stück habe ich auch psycho­analytische Fachliteratur gelesen. Bald ist mein Luzerner Jahr zu Ende. Es war sehr bereichernd, aber ich freue mich darauf, wieder an meinem nächsten Roman zu schreiben.

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Wo die wilden Hausautorinnen wohnen

Nun zieht sie schon bei uns ein, die Hausautorin! Zumindest fast, bloss auf Armlänge Abstand und in Sichtweite vom Theater. Nur halt: ein bisschen über uns. Am letzten Sonntag erlebte das Baumhaus von Beatrice Fleischlin seine feierliche Eröffnung. Schauspieldirektor Elias Perrig erzählte wilde, natürlich frei erfundene Geschichten von der obdachlosen, randständigen Autorin, die in den letzten Monaten so mitleiderregend in den Gängen des Theaters herumgelungert und in die hintersten Ecken der Kantine zum Schreiben verbannt worden sei, dass sich das Theater schliesslich mit dem Baumhaus ihrer erbarmt habe. Alles nicht wahr – aber die Rede war trotzdem schön! Auch Elisabethen-Pfarrer André Feuz stellte sich vor die versammelte Menge und tat, was er, der in seiner Kirche niemals Messen, sondern nur Parties veranstaltet, sonst niemals tut: Er hielt eine kleine Predigt auf die neue Nachbarin, verglich sie mit der Schlange der Erkenntnis und überreichte ihr symbolisch einen Apfel. Stück Labor-Leiterin Heike Dürscheid schenkte der Autorin einen Feldstecher für neue Aus- und Einblicke, und wir liessen die Champagner-Korken knallen, als Beatrice, festlich im Pelz, die anwesenden Gäste zum zeremoniellen Buchstaben-Schmeissen lud. Bald regnete es an diesem Sonntag nicht nur Bindfäden, sondern auch Buchstabensuppe durch die Luft und aufs Haus. Möge das Saatgut bald spriessen!

Einmal im Baumhaus eingezogen, war Beatrice kaum mehr dazu bereit, sich wieder unter das Fussvolk zu mischen. Sie empfing erste Besucher und nahm Geschenke entgegen, während die Gäste am Buffet auf gute Nachbarschaft und viele schöne Sätze speisten und tranken. Willkommen bei uns, liebe Hausautorin!

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Erstbesteigung

Wir stellen fest: Das Baumhaus wächst. Von Tag zu Tag wird es ein bisschen grösser, ein bisschen voller, ein bisschen versponnener. Und wir gewöhnen uns daran. Ihm gilt ab sofort auf dem Weg zur Arbeit im Theater der erste Morgengruss.

Es ist ein bisschen wie ein Adventskalender: Jeden Tag gibt’s auf der Baustelle neben der Bühnenporte ein neues Detail zu sehen. Auf den Rohbau folgten Scheiben, Schreibsessel, Briefkasten, Teppich und jetzt endlich die rotsamtenen Vorhänge. Nur noch ein paar Tage, und dann ist Beatrice Fleischlins Mini-Theater und Wortgewächshaus fertig!

Noch fehlt die Leiter, doch die baldige Frischlufthausautorin liess es sich nicht nehmen, das Baumhaus vorab zum ersten Mal zu entern. Und gleich einen kleinen Tanz hinzulegen. Nun heisst es also endlich: OUTDOOR AT WORK!

Wir eröffnen das Baumhaus am nächsten Sonntag, 15. April mit einem grossen Brunch, Taufe und zeremonieller Schlüsselübergabe und trotzen mit kleinen und grossen Schlemmereien und pastellfarbenen Frühlingskleidchen dem angedrohten Regen.Kommt vorbei! Sät Frühling! Zieht euch leicht an! Schnuppert Höhenluft!

 

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Stück Labor Preview

DREI MAL DREI
Aus den Autorenwerkstätten von Beatrice Fleischlin, Lukas Linder und Verena Rossbacher
12. April 2012, 20.00 Uhr, Theater Solothurn, Bar der Genossenschaft Kreuz in Solothurn
14. April 2012, 20.00 Uhr, Luzerner Theater, UG
28. April 2012, 20.00 Uhr, Theater Basel,  Klosterberg 6

Für alle, die schon jetzt wissen wollen,  was die drei Stück Labor Autoren Beatrice Fleischlin am Theater Basel, Lukas Linder am Theater Biel-Solothurn und Verena Rossbacher am Luzerner Theater in den letzten Monaten getrieben und geschrieben haben: Im April laden die drei Häuser zur Preview der drei neuen Stücke ein. An drei Abenden in drei Städten gibt’s je dreimal zwanzig Minuten Szenen, Ausschnitte, erste Einblicke in die Rohfassungen. Im Anschluss Bar und Gespräche mit den Autoren, den Dramaturgen und den Schauspielern Ihrer Wahl. Vielleicht auch Küsse.

«Es gibt keine Riesen? No time for Zwerge? Egal, dann erfind ich sie!»

Verena Rossbacher ist mit «Verlangen nach Drachen» 2010 «ein fabelhaftes Romandebüt» (FAZ) gelungen. In ihrem ersten Theaterstück begibt sich die Autorin am Luzerner Theater auf die Spuren der grimmschen Märchen und Mythen, um die alten Geschichten in ihrer Bedeutung fürs Heute neu ans Licht zu heben.

«Es kommt alles wieder gut. Vielleicht ist alles gar nicht so schlimm. Nicht wahr? Man weiss ja so wenig.»

Der junge Dramatiker Lukas Linder wurde für sein Schreiben bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet. In seinem für das Theater Biel Solothurn verfassten Stück «DER MANN IN DER BADE-WANNE ODER WIE MAN EIN HELD WIRD» schildert er in skurrilen Bildern und mit viel schwarzem Humor die Geschichte des gutgläubigen Albert Wegelin. Eine Parabel über die Unfreiheit eines Menschen, der in einer unmoralischen Welt moralisch sein will.

«A: aber du hast keine symptome. keine symptome von verzweiflung an dir. du bist total unversehrt, du arbeitest, du bist charmant, du hast stil … / B: kannst du das nochmal sagen. / A: was? / B: na das von eben. / A: nochmal genau den text? ok. aber du … / du hast keine symptome … »

Beatrice Fleischlin ist als Performerin von Basel bis Berlin bestens bekannt – als Autorin ist sie am Theater Basel nun zu entdecken. Ihr «TRIPTYCHON EINES SELTSAMEN GEFÜHLS*» spürt eben dieser seltsamen Not und Lust nach, die uns immer wieder dazu treibt, einander zu suchen und in die Aufregung einer Begegnung hineinzutauchen. Wer es wagt mitzugehen in diesem Reigen der Verzweiflung und des Übermuts, gewinnt.
*DIESES EINE BOMBASTISCHE

 

 

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Baumhaus Einweihung

Das Baumhaus ist da! Am dritten Sonntag im April treffen Baum, Haus und die diesjährige Basler Hausautorin Beatrice Fleischlin zum ersten Mal aufeinander. Das Theater Basel lädt zum Richtfest mit Frühlingsbrunch und eröffnet damit Beatrices neues Heim, in dem sie während drei Monaten schreiben, (sprach-)forschen und hoffentlich ab und zu mit uns feiern wird, hochoffiziell und zeremoniell. Alle, und wirklich alle, sind eingeladen, und wer mag, darf gerne schöne Dinge mitbringen: Gebackenes, Geschirr, Geschenke und gute Wünsche!

So 15.4.2012, ab 11.00 Uhr — Baumhaus zwischen Elisabethenkirche und Bühneneingang, Elisabethenstrasse 16
Mit freundlicher Unterstützung des Basler Theatervereins
Eintritt frei

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Stück Labor Card jetzt erhältlich

Mit der Stück Labor Card 30% Ermässigung auf die Eintritte zu den drei Uraufführungen

In Luzern und Solothurn haben die Proben bereits begonnen, in Basel steht der Probenbeginn kurz bevor, bald werden drei neue Stücke der diesjährigen Stück Labor HausautorInnen uraufgeführt: ab 4. Mai „Grimm – Eine Hausmärchen-Expedition“ von Verena Rossbacher am Luzerner Theater, ab 10. Mai „Der Mann in der Badewanne oder Wie man ein Held wird“ von Lukas Linder am Theater Biel Solothurn und ab 2. Juni „triptychon eines seltsamen gefühls*“ von Beatrice Fleischlin am Theater Basel.

Wer sich in Bewegung setzt, um die drei neuen Stücke an den drei Theatern zu sehen, profitiert mit der Stück Labor Card. Sie kostet nur CHF 10.-. Dafür erhalten Sie 30% Rabatt auf je einen Eintritt zu den drei oben genannten Inszenierungen. Die Stück Labor Card ist ab sofort an den Billetkassen der Theater Basel, Theater Luzern und Theater Biel Solothurn erhältlich. Übrigens: Die Investition lohnt sich auch schon ab dem Besuch von zwei Uraufführungen!

*dieses eine bombastische

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