Am 2. Juni beschloss das Theater Basel den diesjährigen Stück Labor Premierenreigen mit der Uraufführung von Beatrice Fleischlins Theatertext “triptychon eines seltsamen gefühls*” in den Inszenierung von Elias Perrig und Antje Schupp. Hier einige Pressestimmen:
*dieses eine bombastische
Der Text von Beatrice Fleischlin überzeugt vom ersten Moment an. Alles dreht sich um dasselbe Thema, man nähert sich diesem Gefühl der Liebe an mit Szenen und Worten, ohne es je benennen zu können: Fühlen kann man es, aber nicht beschreiben. Das Publikum jedenfalls ist um den Finger gewickelt von so viel Charme und Unmittelbarkeit der Akteure und des Spiels. Mit Verve werfen sich ins Zeug Inga Eickemeier, Claudia Jahn, Katka Kurze, Jan Viethen und Max von Mühlen. Da kann sich ein Regisseur wie Elias Perrig ausleben, seine grossen psychologischen Fähigkeiten einbringen. Die nüchternen, eigenwilligen Sätze von Beatrice Fleischlin bieten ihm den herben Humus. Eine würdige Abschiedsinszenierung des Basler Schauspieldirektors.
Basellandschaftliche Zeitung, 4. Juni 2012
In «Triptychon eines seltsamen Gefühls» entscheidet sich Beatrice Fleischlin für eine klare Struktur, ein säkulares und skeptisches Dreifachgemälde vor dem Hochaltar der Liebe. In den drei Bildern umkreist sie die Irrungen und Wirrungen im Grossen und Kleinen der ewigen Liebessehnsucht, im ersten Bild der charmant verlegene Grundkurs «Wie lernt man jemanden kennen?», im zweiten die verzweifelte Poesie der einsamen Herzen mit ihren Ersatzhandlungen, im dritten der grosse Liebesrausch der Vielen als luftig schwebende Party.
Neue Zürcher Zeitung, 4. Juni 2012
Tageswoche, 4. Juni 2012
Die Liebe ist das eine, das andere ist ihre Theatralik und ihre Fiktionalität. Und die sind in “Triptychon eines seltsamen Gefühles” gross, was niemanden ernsthaft überraschen wird. So erinnern die Luftballonpenisse und -brüste an die antiken Satyrspiele, Claudia Jahn und Andrea Bettini zeigen eine hübsche Karaoke-Nummer und das junge Paar wiederholt auf Ansage seinen Text, weil die Liebeserklärung nun doch zu schön war. Während der einsame Mann über einer Knutschperformance eines ihm unbekannten Paares im Foyer die halbe Inszenierung versäumt. Und Eickemeier liest, während sich die Clubbesucher an der Decke schwebend aneinander verlustieren sollten, den Text ein. Das unterstreicht den Werkcharakter dieses Theaterlabors. Wo die Illusion nicht eingelöst wird, hilft immer noch der Bruch mit ihr.
nachtkritik.de, 4. Juni 2012


